Hochspannung in der Franz-Eyrich-Halle: Oberölsbach besiegt!

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Hochspannung in der Franz-Eyrich-Halle
Traunsteiner Ringer kämpfen Oberölsbach nieder – Vorobev setzt den Schlusspunkt zum Sieg – 200 Zuschauer begeistert

Traunstein (awi). Hochspannung in der vor dem Abbruch stehenden Franz-Eyrich-Halle: In der Bayernliga setzte sich der TV Traunstein am Samstag Abend gegen den stark und geschickt aufgestellten SC Oberölsbach mit einem knappen 13:11 durch, das erst im letzten Kampf unter Dach und Fach gebracht wurde. In der vom seit über 50 Jahren auf der Matte stehenden Kampfrichter Max Pielmeier aus München geleiteten Begegnung zeigten sich die Zuschauer begeistert von der Dramatik und der Verbissenheit, mit der die Ringer beider Teams um den Sieg kämpften. Der TVT zeigte sich am Ende der zehn Mattenduelle abgezockter aber auch glücklicher. Im Vorrundenkampf lag der TVT bereits mit 0:15 zurück um dann am Ende mit 17:15 zu gewinnen. Dieses Mal lief es von den Einzelergebnissen her ganz anders – und der TVT blieb am Ende wieder Sieger.

Yusuf Raiskhel (57 kg, Griechisch-römisch) revanchierte sich für das Vertrauen des Betreuerduos Petar Stefanov und Engelbert Gruber und punktete den Oberpfälzer Lukas Leinweber ein ums andere Mal aus und holte nach fünf Minuten effektive Kampfzeit einen Sieg mit technischer Überlegenheit (15 Punkte Differenz). 4:0. Erwartet stellten die SCO-Verantwortlichen ins Freistil-Schwergewicht (130 kg) Kevin Mejia Castilla aus Honduras. Der mehrfache Weltmeisterschaftsteilnehmer wollte dem TVT-Ringer Georgi Sredkov das Leben schwer machen, was ihm mehr als gelang. Dennoch hatte der „Schorsch“ nach sechs Minuten kräfteaufreibenden Kampf trotz zehn Prozent Gewichtsnachteil einen 2:1 Punktsieg erkämpft. 5:0. Tobias Einsiedler (61 kg, Freistil) stand gegen den mehrfachen bulgarischen Meister Nikolay Dobrev auf verlorenen Posten, verkaufte aber seine Haut mit einer defensiven Ringweise lange Zeit mehr als gut. Kurz vor Ende der ersten Runde musste er aber nach mehreren Durchdrehern einen Sieg mit technischer Überlegenheit gegen den seit Jahren ungeschlagenen Bulgaren zulassen. 5:4.

Tetik geschickt

Einer der Matchwinner des TVT’s war Gökhan Tetik (98 kg, griechisch-römisch). Das Muskelpaket kämpfte geschickt gegen Patrick Fanderl und lies den Medaillengewinner bei Deutschen Meisterschaften nie zur Entfaltung kommen. Der knappe 4:2 Punktsieg war verdient, die Traunsteiner Fans wussten um die Bedeutung dieses Punktsiegs und spendeten lang anhaltenden Applaus. 6:4. Gut gerungen und nicht belohnt war das Fazit für Luca Zeiser (66 kg, griechisch-römisch), der gegen den Gästetrainer Christian Gregor viel probierte dabei aber vom Gegner und Kampfrichter gebremst wurde. Am Ende stand eine respektable 4:8 Niederlage zu Buche – ein Sieg wäre aber durchaus möglich gewesen. 6:6 zur Pause.

Dass der Stilartwechsel in der Rückrunde alles andere als einfach für den TVT ist, musste Eduard Tatarinov (86 kg, Freistil) erfahren. Ins Mittelgewicht aufgerückt, bekam er es mit dem zehn Kilogramm schwereren Pascal Hampel zu tun, der zeigte, dass auch er brandgefährlich auf der Matte ist. Am Ende musste der etwas unter seinen Möglichkeiten ringende Traunsteiner eine 5:10 Niederlage einstecken. 6:8. Es sollte noch schlimmer kommen: In 71 kg Freistil machte Mahsun Ersayin souverän Dampf und hatte Robin Himmler anfangs klar im Griff. Konditionelle Rückstände nutzte der Gästeringer aus und übernahm die Oberhand. Am Ende konnte sich der Oberpfälzer mit 8:6 knapp durchsetzen. 6:9.

Patalaschko abgezockt

Wie schon in der Vorrunde machte Alex Patalaschko (80 kg, griechisch-römisch) gegen Serdar Biyikoglu deutlich, dass er Chef auf der Matte ist. Im Stand offensiver, drehte er in der angeordneten Bodenlage den SCO-Ringer mehrfach und siegte souverän mit 12:0 Punkten. 9:9. Dass das Mattenduell von Artur Tatarinov (75 kg, griechisch-römisch) gegen Alexander Horst spannend würde war klar. Der Ex-Penzberger gehört zu den Besten im Team der Gäste. Tatarinov machte Druck, Horst kämpfte defensiv, was aber vom Kampfrichter anders beurteilt wurde. In der Brücke stehend konnte sich der Gästeringer gerade noch ins Aus retten. Nach und nach agierte dieser aber glücklicher und konnte nach sechs Minuten effektiver Kampfzeit einen glücklichen 5:2 Punktsieg verbuchen. 9:11. Die Spannung schraubte sich nur kurz auf den Höhepunkt als Ilja Vorobev im Freistil Weltergewicht (75 kg) dem Gästetrainer Bernhard Rieger gegenüber stand. Der altgediente Mattenfuchs konnte der jungen Dynamik des Traunsteiners nur wenige Momente Paroli bieten. Vorobev holte nach gut eineinhalb Minuten effektive Kampfzeit und jeder Menge Schrauben im Stand 18 Wertungspunkte, Traunstein war unter dem Jubel der Fans „durch“ und gewann knapp aber verdient mit 13:11.

„Das war ein hartes Stück Arbeit. Ich bin stolz auf unsere Ringer die heute alles gegeben haben und auch taktische Marschruten gut umgesetzt haben“ freute sich TVT-Chefcoach Petar Stefanov. Die Traunsteiner festigten damit den 4. Tabellenplatz in Deutschlands dritthöchster Liga.

Nachwuchs chancenlos

Schwer hatten es die Nachwuchsringer des TVT in der Grenzlandliga gegen den letztjährigen Vizemeister Olympic Salzburg. Gegen die körperlich größtenteils überlegenen Gäste setzte es in zwei Mannschaftskämpfen zwei deftige 8:31 und 5:30 Niederlagen. Für den Tabellenvierten waren nur Justin Flemmer (31 kg, zwei Mal) und Daniele Flemmer (38 kg) erfolgreich.

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