Keine Mannschaftskämpfe der TVT-Ringer in diesem Jahr

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Keine Mannschaftskämpfe der TVT-Ringer in diesem Jahr
Abteilungschef Hille: Saisonabsage schwerer aber richtiger Schritt – Mattentraining seit dieser Woche wieder zugelassen

Schwere Monate haben die Traunsteiner Ringer hinter sich: Traf die coronabedingte Trainings- und Wettkampfsperre ab März den TVT mitten in den Einzelmeisterschaften. Besonders bitter: Die drei Bayerischen Meister Justin Flemmer, Valentino Prelic und Maximilian Minchev waren gerade auf dem Sprung zu den Deutschen Meisterschaften im Jugendbereich, die dann ersatzlos gestrichen wurden. Und auch das Mattentraining war ab dem Zeitpunkt der Anordnungen der Bundesregierung und der Bayerischen Staatsregierung tabu, der Ringerraum geschlossen. Zwar hielten sich die Ringer nach den ersten Lockerungen individuell fit, das Mattentraining im nicht benutzbaren Ringerraum in der AKG-Turnhalle war aber nun über rund dreieinhalb Monate nicht möglich.

„Das ist keine einfache Zeit für unseren Sport im Ganzen und natürlich für uns als Verein“ blickt  Abteilungsleiter Hartmut Hille zurück und freut sich gleichzeitig dass die Bayerische Staatsregierung nach einem Kabinettsbeschluss nun in dieser Woche Training mit Körperkontakt unter Auflagen und strengen Hygienevorschriften zugelassen hat. „Für uns Ringer eine unbedingte Voraussetzung. Ringen ohne Körperkontakt ist natürlich undenkbar. Umso erfreulicher dass auch in unserem Sport ein Stück weit Normalität einkehrt.“

Dennoch hat man sich beim TVT entschlossen in diesem Jahr die Beteiligung an allen Mannschaftskämpfen und eventuellen Einzelwettbewerben auszusetzen. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Dennoch sind wir überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist. Die Gesundheit unserer Sportler, Helfer und natürlich auch unserer Zuschauer geht vor“ betont der Abteilungschef, der sich in der Entscheidung auf ein einstimmiges Votum aller Verantwortlichen bei den TVT-Ringern stützt. Und auch aus dem Lager der Ringer und der Eltern der Nachwuchsringer kam ein klares Befürworten des Wettkampfverzichts in diesem Jahr.

Eine Rolle bei der Entscheidung hat auch die deutlich verkürzte Vorbereitungszeit gespielt, wenngleich der sonst übliche Start im September ohnehin nicht mehr zur Debatte steht. „Neben den Risiken durch den Coronavirus ist natürlich die Verletzungsgefahr bei einer deutlich verkürzten und mit immer noch bestehenden Einschränkungen  verbundenen Vorbereitungszeit mit ein Ausschlag für die getroffene Entscheidung“ steht auch Chefcoach Petar Stefanov voll hinter dem Beschluss.

So wird es in diesem Jahr keine Beteiligung des TVT an der an sich in diesem Jahr sehr attraktiven Landesliga Süd für die Männer und der Grenzlandliga für die Nachwuchsringer geben. „Bitter für uns, bitter für unsere Zuschauer und natürlich wollen wir auch unseren Sponsoren die Möglichkeit der Präsentation ihrer Unterstützung und Förderung bieten. Aber auch für mich gilt: Die Gesundheit geht vor!“ stellt sich Fördervereins-Vorsitzender Christian Einsiedler hinter die gemeinsame Entscheidung und ergänzt: „Jede auftretende, ansteckende Krankheit wie beispielsweise der Ringerpilz bei den Sportlern wird sofort mit einer Wettkampfsperre versehen. Umso mehr gilt für uns: Keinerlei Risiken in Sachen des Coronavirus eingehen, die Saison ist für uns nicht durchführbar!“.  Für die Zuschauer wären die Wettkämpfe ohnehin mit deutlichen Einschränkungen wie beispielsweise Sicherheitsabstände verbunden, was gerade bei zuschauerträchtigen Derbys in diesem Jahr wohl dazu geführt hätte, dass die Zuschauer teilweise mit übergroßen Abständen von dem Mattengeschehen entfernt zusehen hätten müssen. „Unser Sport lebt aber auch von den Emotionen rund um die Matte“ pflichtet ihm Abteilungsleiter Hartmut Hille bei. Auch ein abgespecktes überregionales Turnier zur Ermittlung der diesjährigen Meister ist für den TVT keine Option: „Ohne die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern und der Unterstützung unserer Sponsoren ist die Saison finanziell nicht durchführbar.“

Dem Entschluss vorangegangen waren intensive Gespräche mit den Verantwortlichen des Bayerischen Ringer-Verbandes, die dem TVT und anderen Vereinen zusicherten, auch im kommenden Jahr in der bisher erkämpften Liga weiter starten zu können und derzeit gerade eruieren ob, wann und in welcher Form der Ligabetrieb überhaupt durchgeführt werden kann – in diesem Jahr aber in jedem Fall ohne Traunsteiner Beteiligung. Der TVT hatte sich ja als souveräner Landesligameister des vergangenen Jahres entschlossen, auch in diesem Jahr in der Landesliga Süd zu verbleiben, um damit auch weiterhin jungen Eigengewächsen die Chance zu geben, in den rauen Ligabetrieb der Männerwettbewerbe hineinzuwachsen. „Diese Strategie bleibt auch weiterhin unsere Devise, wird halt jetzt um ein Jahr verschoben“ hält er an dem eingeschlagenen Weg fest und hofft, dass im kommenden Jahr coronafreie Wettkämpfe möglich sein werden. „Und hier hoffen wir natürlich, dass sowohl alle Ringer aber auch unsere Förderer und Zuschauer unserem Sport und unserem Verein weiter die Treue halten. Denn auch in diesen Zeiten bleibt für uns Ringen die schönste Nebensache der Welt.“

(awi)